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Ketamin-Infusionstherapie (IV) bei Depression in Bogen bei Straubing

Ablauf der ketamin-gestützten Psychotherapie

Moderne psychotherapeutische Verfahren entwickeln sich zunehmend im Zusammenspiel von klinischer Erfahrung und naturwissenschaftlich-medizinischer Forschung. Besonders deutlich zeigt sich diese Verbindung in der substanzunterstützten Psychotherapie: einem integrativen Behandlungsansatz, bei dem bewährte psychotherapeutische Methoden durch den verantwortungsvollen, indikationsgeleiteten Einsatz bestimmter Substanzen ergänzt werden – beispielsweise Ketamin oder, im Rahmen aktueller Forschung und klinischer Entwicklung, Psilocybin.

International wird dieser Ansatz intensiv wissenschaftlich untersucht. Erste Studien und klinische Erfahrungen weisen darauf hin, dass substanzunterstützte Psychotherapie insbesondere bei Depressionen, Angststörungen, posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) sowie weiteren psychischen Erkrankungen neue therapeutische Möglichkeiten eröffnen kann – vor allem dort, wo klassische Behandlungswege an Grenzen stoßen.

Eine besondere Rolle nimmt dabei Ketamin ein: Es kann rasch antidepressiv wirken, festgefahrene innere Muster temporär lösen und neurobiologische Voraussetzungen für Veränderung verbessern. In medizinisch-neurowissenschaftlicher Perspektive steht dabei insbesondere die Förderung neuronaler Plastizität im Mittelpunkt – also der Fähigkeit des Gehirns, neue Verknüpfungen zu bilden und psychische Anpassungs- und Heilungsprozesse zu unterstützen.

Der entscheidende Wirkfaktor bleibt jedoch stets die professionelle psychotherapeutische Begleitung. In einem geschützten, sorgfältig vorbereiteten Rahmen können Erfahrungen nicht nur ermöglicht, sondern auch verarbeitet, eingeordnet und nachhaltig integriert werden. Auf diese Weise entsteht ein Behandlungsmodell, das biologische Wirkmechanismen und psychotherapeutische Veränderungsprozesse miteinander verbindet – und so die Brücke zwischen Medizin, Naturwissenschaft und Psychotherapie konsequent weiterentwickelt.

1) Medizinische & psychotherapeutische Abklärung

In den ersten Sitzungen klären wir sorgfältig, ob eine ketamin-gestützte Psychotherapie für Sie körperlich und psychisch geeignet ist.

Auf dieser Grundlage entscheidet die behandelnde Ärztin bzw. der behandelnde Arzt, ob eine Behandlung mit Ketamin medizinisch indiziert, sicher durchführbar und als Ergänzung zur Psychotherapie sinnvoll ist.

2) Behandlungsplanung

Wenn eine Behandlung empfohlen wird, erhalten Sie einen Behandlungsvertrag und Terminvorschläge für in der Regel 6 bis 12 Ketamin-Sitzungen.

Ideal ist ein Rhythmus von 2 bis 4 Wochen, damit sich Erfahrung und Veränderung nicht überstürzen – aber auch nicht versanden.

3) Vorbereitung auf die Substanzsitzungen

Vor der ersten Sitzung bereiten wir Sie umfassend vor:
Sie erhalten Informationen zur Wirkung von Ketamin, zur inneren Haltung während der Behandlung sowie zu hilfreichen Verhaltensweisen – damit Sie sich orientiert, sicher und nicht ausgeliefert fühlen.

4) Substanzsitzung (Infusion)

Die Ketamin-Sitzung findet in einem geschützten, wohnzimmerähnlichen Rahmen statt – unter medizinischer Aufsicht durch eine Ärztin, einen Arzt oder entsprechend geschulte Assistenzpersonen.

Viele Menschen erleben diese Zeit als eine Phase nach innen:
mit geschlossenen Augen, auf Wunsch begleitet von Musik, mit Raum für das, was sich zeigen möchte.

Die Infusion dauert in der Regel ca. 60 Minuten.

5) Integration in die Psychotherapie

Die eigentliche Veränderung entsteht oft nicht in der Ketamin-Sitzung – sondern danach.

In den folgenden psychotherapeutischen Terminen (häufig ca. 12 Sitzungen, ebenfalls im Rhythmus von 2 bis 4 Wochen) reflektieren wir gemeinsam:

  • was erlebt wurde

  • was emotional in Bewegung gekommen ist

  • welche neuen Perspektiven entstanden sind

  • und wie sich das in den Alltag übersetzen lässt

Integration heißt: Erkenntnisse werden nicht nur verstanden – sie werden lebbar.

Wissenschaftlicher Hintergrund

Ein möglicher Wirkmechanismus ketamin-gestützter Therapien liegt in der vorübergehend erhöhten Neuroplastizität.
Vereinfacht gesagt: Das Gehirn kann für eine gewisse Zeit offener für neue Verknüpfungen sein – wie ein „kritisches Fenster“, in dem psychotherapeutische Prozesse besonders wirksam sein können.

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